Bergtour 2005

Geschrieben von Michel.

Tourbericht Reichenspitze 3303 m N.N. Östliche Zillertaler Alpen

chronik05_reichenspitze

Sonntag 04.09.2005: Treffpunkt war Sonthofen im Allgäu. Nach einer letzten Stärkung beim Olivenbauer abends, sind wir am nächsten Morgen ins Zillertal aufgebrochen.
Montag 05.09.05: Ankunft am Stausee oberhalb von Gerlos gegen 17 Uhr, an dem wir unsere Zelte aufstellten. Der Stausee liegt auf rund 1400 m und wird überragt von Reichenspitze und Gabler. Mit seinen vergletscherten Flanken und seiner geometrisch perfekten Pyramidenform bietet der Gabler einen beeindruckenden Anblick. Am Lagerfeuer wurden am Abend bei fröhlicher Geselligkeit die Steaks gegrillt.
Dienstag 06.09.05: Da wir von der anderen Seite des Berges starten wollten, parkten wir morgens ein Auto vor dem Alpengasthof Finkau, mit dem anderen fuhren wir nach Krimml. Von dort aus führte unser Weg durch einen Feuchtwald vorbei an Europas höchstem Wasserfall unserem ersten Ziel, der Richterhütte auf 2374 m gelegen entgegen, die wir völlig erschöpft am Abend erreichten.
Mittwoch 07.09.05: Gegen 6:30 verließen wir die Richterhütte in Richtung Reichenspitze. Unterhalb der Gletschermoräne rasteten wir zum Frühstücken, genossen die herrliche Aussicht und die wärmenden Sonnenstrahlen. Mit erreichen der Gletscherzunge legten wir unsere Steigeisen und Gurtzeug an, bevor der kräftezehrende Aufstieg begann. Der Gletscher war mit weichem Firnschnee bedeckt, was vor allem für den in der Seilschaft Vorangehenden besondere Kondition erforderte. Gegen Mittag erreichten wir den Übergang von Gletscherzunge und Aufstieg zur Reichenspitze. Schnell wurde klar, dass aufgrund des sehr lockeren Gesteins, besondere Vorsicht geboten war. HELM IST PFLICHT! In der Scharte zwischen Gabler und Reichenspitze ließen wir die Rucksäcke zurück und entschieden uns, in einer 6er Seilschaft die Reichenspitze zu erklettern. Einer stieg voran und sicherte die Nachsteigenden, was sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Viel Zeit um die herrliche Aussicht auf der Reichenspitze zu genießen hatten wir nicht. Die Kletterei und der Aufstieg zum Gipfel hatte wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als wir eingeplant hatten. Die Temperatur sank im Schatten bereits rapide ab und erreichte die 0 Grad Grenze. Jetzt war Eile geboten um schnellstmöglich die Rucksäcke mit den wärmenden Handschuhen, Pullover und Jacken zu erreichen. Unsere vorliegende Tourbeschreibung sah vor, von der Scharte aus, den Gabler zu überschreiten. Dies erschien uns aufgrund der nur noch lose übereinander liegenden Quader am Gabler nicht nur zu gefährlich, sondern war aufgrund der begrenzten Zeit ohnehin nicht mehr machbar. So mussten wir um den Gabler herum, die Flanke durchsteigen, bevor wir auf der anderen Seite den mächtigen Gletscher erreichten. Der Abstieg in der Seilschaft über die Eis- und Firnfelder war sehr anstrengend, aber bis auf kleinere Spalten und Einbrüche eher unproblematisch. Als wir wieder festes Gestein unter den Füßen hatten, bestand unsere größte Sorge darin, auf der Zittauerhütte auf 2329 m nichts mehr zu Essen zu bekommen, immerhin war es bereits halb 8 und es wurde langsam dunkel. Gegen halb 9 erreichten dann alle von uns die Hütte, wo der Hüttenwirt bereits auf uns wartete. Die Hütte ist ganz neu renoviert bietet jede Mange Komfort und verfügt sogar über Fußbodenheizung. Der Strom für die Hütte wird erzeugt über eine Turbine, die mit Wasser aus dem vor der Hütte gelegenen Gletschersee betrieben wird.
Donnerstag 08.09.05: Nach dem obligatorischen Gruppenfoto begann der Abstieg in Richtung Alpengasthof Finkau. Gegen 14 Uhr erreichten wir diesen und genossen das erfrischende Bier auf der Sonnenterasse vor dem Hotel. Wären es Elche und keine Kühe gewesen, man könnte glauben man befände sich in Kanada. Wunderschönes Hochplateau mit tief grünen Bergseen, Wasserläufen und im Hintergrund die auslaufenden Gletscher von Gabler und Reichenspitze. Nach einer Stärkung im Biergarten reservierten wir unsere Zimmer. Am Abend beim Essen wartete das nächste Highlight auf uns. Durch diverse Kommentare angestachelt, fühlte sich Küche und Bedienung des Alpengasthofes dazu genötigt, unser Hirschgulasch nicht in Tellerportion sondern im Kochtopf zu servieren und alle wurden endlich mal wieder so richtig satt. Nur soviel: Der Abend war lustig.
Freitag 09.09.05: Abfahrt in die Pfalz bzw. ins Allgäu. Wieder einmal eine herrliche Tour.

Teilnehmer: Christian, Markus, Peter, Ronny, Achim, Michael

Bildergalerie Bergtour 2005

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